Psycho-Dragons Reisen

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Luarcis
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Re: Psycho-Dragons Reisen

#121 Beitragvon Luarcis » Sa 31 Dez, 2016 13:13

Luarcis rannte so schnell er konnte die Treppen nach oben, die unter seinem Gewicht bedrohlich schwankten, teilweise fingen die Stufen schon an voneinander weg zu driften und nach unten zu sinken. Er wusste, dass er diesen Raum so schnell wie möglich verlassen und weiter nach oben kommen musste, damit er hoffentlich rechtzeitig wieder die Oberfläche erreichte. Kurz wunderte er sich über die grünlich schimmernde Pfütze auf einer Stufe, an der er gerade vorbei kam und die nach Erbrochenem roch. Erschrocken dachte er an Envy dem die wilde Hatz in diesem schrägen Labyrinth sichtlich nicht gut bekommen war und er sah sich kurz panisch nach den kleinen Feendrachen um, konnte sie aber nirgends entdecken. Er hoffte dass sie sich schon in Sicherheit gebracht hatten, denn er hatte jetzt keine Zeit mehr nach ihnen zu suchen und sprintete weiter, bis er an einem Absatz ankam, hinter dem sich die nächste Treppe gerade im Wohlgefallen auflöste.

„Verdammt! So komm ich nicht mehr weiter!“ dachte er sich und blickte prüfend nach oben. Die Sicht war nun zum Glück fast vollkommen klar und er konnte oben am Rande des Raums einen Lichtschimmer ausmachen, der vom Eingang kommen musste. Kurz entschlossen breitete er seine Flügel aus und stieß sich nach oben ab. Angestrengt flatterte der weiße Drache dem Licht entgegen. Er hatte nur wenig Platz zum Navigieren und musste ständig irgendwelchen Gesteinsbrocken und Stufen ausweichen, die seltsam unwirklich an ihm vorbei schwebten oder schon anfingen nach unten zu fallen. Um ein Haar konnte er gerade noch einer ganzen losgelösten Treppe ausweichen, driftete aber ab und konnte sich noch mühsam an der Wand festkrallen, bevor er sich seine Flügel gebrochen hätte.

Luarcis biss die Zähne zusammen und griff damit das Artefakt fester das er immer noch im Maul trug, er durfte es jetzt auf keinen Fall verlieren. Mit kraftvollen Schlägen stemmte er seine Klauen in die Steinwand und kletterte die letzten Meter auf den rettenden Ausgang zu, erleichtert schob er sich durch die Öffnung und landete im vertrauten Gangsystem. Die Wände fingen aber schon bedrohlich zu rumpeln an, also hatte er keine Zeit sich erstmal auszuruhen. Hektisch blickte er in die abzweigenden Gänge und versuchte fest zu stellen welcher der richtige war, um schnell heraus zu kommen. Er erkannte den Gang den er genommen hatte um herzukommen, also rannte er los. Doch plötzlich stürzte ein Stück vor ihm ein großer Felsbrocken von der Decke und da diese nun ihre Stabilität verloren hatte, folgten gleich darauf noch ein Dutzend weitere. Schlitternd kam er vor dem Steinhaufen und dem damit blockierten Gang zum Stehen und schaute einen Moment fluchend auf das Geröll. Hastig machte er kehrt und hechtete dieses Mal in einen nach links abzweigenden Gang. Er folgte dabei den Energielinien die sich immer noch durch das Gestein zogen, aber allmählich immer schmaler wurden und sich zurückzogen. Aber er hoffte dass sie ihm noch den Weg zum Ausgang weisen konnten, da sie sich wenigstens vom Zentrum aus nach außen hin entfernten.

Als er um eine Biegung kam, nahm er schon ein seltsames Rauschen war und als er weiter ging, fand er sich plötzlich an einem rauschenden Wasserfall wieder. Der Boden war schon weg gebrochen, so dass sich das Wasser in ein großes Loch ergießen konnte, sonst wäre sein Gang auch schon überflutet gewesen. Verstört fragte Luarcis sich wo denn überhaupt so viel Wasser im Inneren einer Pyramide herkommen konnte, zumal er sich ohnehin schon auf Bodenniveau befinden musste. Er hatte zum Einen nun aber keine Zeit um sich über so etwas Gedanken zu machen, zum Anderen wunderte ihn an diesem seltsamen Ort ohnehin kaum etwas mehr. Da er keine Lust hatte, beim Sprung durch den Wasserfall wieder nach unten gespült zu werden, musste er erneut kehrt machen und eine andere Abzweigung nehmen. Immer tiefer verlor er sich nun in den Gängen, weil viele Abzweigungen schon versperrt waren und er immer wieder andere Richtungen einschlagen musste, als er nehmen wollte. Er spürte, dass er sich vermutlich eher vom Ausgang weg bewegte und hechtete mit aufkommender Panik immer weiter durch das Gangsystem. Die Energielinien hatte er mittlerweile auch schon verloren, er hatte nun also keinerlei Orientierung mehr, zudem gab es außer seinem kleinen Feenlicht keine Lichtquelle mehr, so dass er sich fast in völliger Dunkelheit wiederfand, allein und verloren…

Er versuchte noch, sein Bewusstsein auszuweiten, um einen Anhaltspunkt auf den Ausgang zu finden. Wie ein Echolot schickte er seine Wahrnehmung pulsartig um sich herum aus, um die Gänge abzutasten, aber er erkannte keinen Weg, der besser schien als die anderen, zumal er sich durch das immer heftiger werdende Erdbeben ohnehin kaum konzentrieren konnte. Er spürte zwar die vertrauten Auren einiger Anderer in seiner Nähe, aber die bloße Richtung zu kennen half ihm im Moment auch nicht weiter. Als er schließlich vor einem erneut versperrten Gang kehrt machen musste, brach hinter ihm die Decke ein, so dass er nun vollends gefangen war. Panisch versuchte er seinen Möglichkeiten abzuschätzen, kam aber zu dem Schluss dass er kaum einen Ausweg hatte. Jede Art sich durch den Steinhaufen zu wühlen, würde zu lange dauern, zumal dann vermutlich noch mehr vom Gang einstürzen würde. Er konnte sich zwar teleportieren, aber dazu musste er seinen Standort und sein Ziel genau kennen, um auch in einem Stück anzukommen und nicht in irgendeiner Wand zu landen. Außerdem kostete es ihn sehr viel Konzentration und Kraft, beides Dinge von denen er momentan wenig hatte. Schließlich musste er ja aber auch seinen ganzen Körper auflösen und wieder richtig zusammensetzen. Dennoch schien ihm das der letzte Ausweg, wenn er nicht lebendig begraben werden wollte. Das Reisen über eine Zwischendimension, wie Silvy es konnte, vermied diese ganzen Risiken und enormen Kraftaufwand, aber dazu war er leider nicht fähig.

„Ach wenn sie doch nur hier wäre…“ seufzte er und versuchte dann, seine verbliebene Kraft und Konzentration zu sammeln, als er plötzlich ein Knistern neben sich wahrnahm und sah, wie sich ein Portal in der Wand neben ihm öffnete, aus dem etwas großes, silbernes sprang.

„Silffy??! Waff zum…?!“ nuschelte er noch erschrocken mit zusammengebissenen Zähnen und dem Ring im Maul. Weiter kam er aber nicht, da er schon von ihrer bloßen Masse gegen die nächste Wand gedrückt wurde. Aber statt des befürchteten Aufpralls fiel er einfach durch die Wand hindurch und landete unsanft auf irgendeinem Körper. Plötzlich war alles strahlend hell und er musste mit seiner Pranke erst einmal seine Augen bedecken, bis er sich an die Sonne nach der eben noch fast völligen Dunkelheit gewöhnen konnte, dann wurde er schon von Silvy in den heißen Wüstensand geschubst. Keuchend und geschockt kam Luarcis auf seine wackeligen Beine und versuchte sich erst einmal zu orientieren und nachzuvollziehen was gerade passiert war.
Er erkannte Silvy neben sich und einige der Anderen, vorwiegend Feendrachen, die sich schon in Sicherheit gebracht hatten. Vor sich sah er die große Pyramide, Silvy hatte ihn also ein gutes Stück entfernt abgesetzt und erleichtert sah er noch mehr von ihrer Gruppe von dort auf sie zu stapfen. Wieder etwas gefasster wandte er sich zur Silbernen um.

„Danke Silvy dass du mich da noch gefunden hast, ich weiß nicht ob ich dort noch heil alleine raus gekommen wäre.“ Dann schweifte sein Blick auf das reglose Artefakt, das neben ihm im Sand gelandet war.
„Tut mir echt leid, ich hätte auf euch warten sollen, das hätte nicht passieren dürfen…“ fügte er noch betreten hinzu, als er hinter sich ein heftiges Poltern hörte und er mit ansah, wie die Pyramide endgültig in sich zusammen brach. Erschrocken wandte Luarcis sich um, es waren noch längst nicht alle raus gekommen und er hoffte sehr dass die anderen irgendwo Schutz gefunden hatten. Bevor er sich weiter Vorwürfe machen und ausmalen konnte, was mit ihnen passiert war, meinte Sky, dass sie nicht in unmittelbarer Gefahr waren, was ihm zumindest ein wenig Anspannung nahm. Bevor er noch etwas sagen konnte, war Silvy schon wieder verschwunden, um nach ihnen zu suchen und Luarcis blieb mit den Anderen zurück. Schuldbewusst, aber auch erleichtert ihn unversehrt anzutreffen, wandte er sich zu Envy um, der zwar immer noch sichtlich mitgenommen und erschöpft aussah, aber ansonsten unverletzt schien.
„Tut mir leid für das Chaos, ich hätte es eigentlich besser wissen müssen, nicht einfach unbekannte magische Artefakte aus ihren angestammten Plätzen zu reißen…“ sagte er noch und bückte sich dann zu dem Ring. Er ließ seine Klaue darüber schweben und zuckte noch einmal zurück bei dem Gedanken, es noch einmal zu berühren. Aber der Schaden war jetzt schon angerichtet und es wäre umso schlimmer wenn es jetzt noch vom Sand verschüttet und sie es wieder verlieren würden. Also griff er beherzt danach und nahm es auf, um es zu verwahren bis Silvy wieder zurückkam. Keine Sekunde zu früh, denn der Einsturz der Pyramide hatte eine Sandwolke los gelöst, die nun auf sie zu wehte und sie mit einem kurzen, aber heftigen Schauer überzog.

„Vorsicht, haltet die Luft an und schützt euch!“ rief er und stellte sich dann vor die Anderen, die Flügel schützend vor die Brust gestreckt, um den gröbsten Sand abzuhalten. Es stach zwar wie Nadeln auf seiner empfindlichen Flügelhaut, aber es war das Mindeste was er jetzt noch tun konnte für den Ärger den er verursacht hatte. Als der Schauer vorbei war und er wieder sehen konnte, war ein guter Teil der Ruinen schon vom Sand bedeckt und es wäre nur eine Frage der Zeit, bis der Rest folgen würde. Sie wären schon bald vergessen und unauffindbar, so wie all die Zeit davor.

Schade um die ganzen Schätze und Geheimnisse, die nun für immer begraben sind und vielleicht nie gelüftet werden…, dachte Luarcis noch mit Bedauern, bis er seufzend wieder seinen Blick schweifen lies, ob er irgendein Anzeichen von Silvy und den Anderen entdeckte. Nun konnte er nur noch warten, begleitet von der Grabesstille der Wüste, nur unterbrochen vom leichten Säuseln des Windes und dem Flirren der Sonne.

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Re: Psycho-Dragons Reisen

#122 Beitragvon Cyber Zipclaw » Sa 23 Sep, 2017 21:42

[OOC: Ich nehme mal an, jetzt weiß jeder wie das fremde Wesen in Zeenpha heißt, deshalb werde ich von jetzt an von „Er“ auf „Keletek“ wechseln.]

„Warum sollte Zeenpha so etwas tun“, hatte sie das wirklich gesagt? Vortex traute seinen Ohren nicht. Kurz überlegte er wie er es Silvi nahe bringen sollte, bekam es aber nicht in Worte gefasst. Stattdessen machte er eine Geste, die eigentlich jeder verstehen sollte – zumindest hatte er diese von den Menschen gelernt: er hielt sich den Finger an den Kopf, kreiste damit um seine Schläfe und verdrehte die Augen.

Aus dem Augenwinkel sah er was Sky dort mit dem Wasser machte. Seltsam… Vortex hat noch nie gesehen, wie jemand solche Kunststücke mit Wasser anstellte. Und er hatte schon viel Seltsames gesehen. Es war schon faszinierend. Aber wozu sollte das gut sein? Hm, okay, vielleicht zum Weibchen beeindrucken. Ohja, wenn er das könnte, wäre er der große Held des Rudels und jedes Weibchen läge ihm zu Füßen, während die anderen neidisch zu ihm auf sehen würden. Er seufzte und wischte diese Gedanken beiseite. Es gab jetzt wichtigere Dinge zu erledigen. Während des Gesprächs zwischen Silvi und Sky schaute er kurz nochmal zur Katze, die ihn irgendwie komisch anstarrte. Was hatte die nur für ein Problem? Wieso schaute die so komisch? Was war vorher überhaupt passiert?

Als Vortex gerade seinen Helm zurechtrücken wollte, wurde er von der Silberdrachin gepackt und auf ihren Rücken gesetzt. Kurz schnaubte er. Manchmal hasste er sowas. Aber gut, so mußte er nicht selber laufen.

*Ach, zur Hölle mit diesem Artefakt*, murmelte Vortex vor sich hin. Immer dieses Suchen nach irgendwelchen Dingen. Man sieht ja, was man davon hat: nur Ärger. Ein Sandmonster auf einem Wüstenplaneten, dunkle kalte Höhlen, in denen man sich leicht verläuft und ein durchgeknallter Wächter. Irgendetwas hatte er wohl in seinem Leben falsch gemacht, daß er jetzt so vom Schicksal geplagt wurde. Was um ihn herum geschah bekam er gar nicht so richtig mit. Vortex war völlig in Gedanken versunken, so merkte er auch zu spät, wie sich Silverdrak unvermittelt aufrichtete, er somit den Halt verlor und von ihrem Rücken purzelte. Schnell sprang er wieder auf und sah sich um. Was war denn nun wieder? Was war das da an der Decke? Ungläubig starrte er die spiegelnde wabernde Decke an. *Wasser? An der Decke?! Was geht hier vor!* knurrte er leise. Dann sah er wie aus einem Schacht eine Wasserblase nach oben schwebte und schritt zurück. Dieses Schauspiel war ihm unheimlich.

Vorsichtig um sich blickend und mit Gewehr im Anschlag - man konnte ja nie wissen, ob Zeenpha hier irgendwo herumschlich - folgte er den anderen mit einem gewissen Abstand. Noch einmal wollte er sich von diesem Monster nicht erschrecken lassen. So bemerkte er zunächst nicht, als die anderen stehen blieben und er fast mit Zephir zusammenstieß. *Uff! Was...* Oh, nein. Das kam ihm bekannt vor. Obwohl... fast alle labyrinthartigen Gänge in dieser Pyramide sahen genauso aus. Nur widerwillig folgte er mit den anderen der Silberdrachin, die plötzlich wie in Trance die Treppen und Gänge, beinahe einem Geruch folgend, heraufschwebte und in einer Kammer voller schwebender Münzen eben an diesen knabberte. Drehten die jetzt alle am Rad? Wieso konnte er einfach nicht mit normalen Wesen zusammen sein? Vortex machte sich normalerweise nichts aus Schätzen, aber in seiner Situation konnte er etwas mehr Geld gebrauchen. Er nahm seinen Rucksack ab, schnappte sich unbemerkt ein paar der Gold- und Silbermünzen aus der Luft und steckte sie schnell ein. Vielleicht konnter er sich mit dem Erlös ein paar bessere Ersatzteile für einen Arm kaufen? Oder gar eine völlig neue Prothese in Auftrag geben, die nicht an diesen lästigen Macken litt?

Den Rucksack wieder auf dem Rücken sah er zu den anderen, was die so machten. Niemand schien ihn beobachtet zu haben. Gut. Eine kurze aber heftige Erschütterung riß ihn fast von den Füßen. Was war denn das? Besorgt sah er zu den anderen, als er lautes Klirren hörte und aus dem Augenwinkel einen Haufen Edelmetall auf die Gruppe zurasen sah. Obwohl ihm klar war, daß das nichts bringen würde, duckte er instinktiv und wunderte sich einige Sekunden später, daß es zwar klirrte und polterte, er aber von nichts getroffen wurde. Ein paar weitere Sekunden wurde es ruhiger und er traute sich die Augen zu öffnen. Zu seiner Überraschung waren alle wohlauf. Vortex sparte sich die Frage, was passiert ist. Er würde es doch nicht verstehen.

Erschrocken durch das Gespräch zwischen Silvi und Sky sprang er auf. „Die Pyrrr-... aminde stürzt ein?“ Erst verloren gegangen, angegriffen und nun auch noch verschüttet. Ganz große Klasse! Dieses Abenteuer entwickelte sich zu einem wahren Albtraum und so langsam ging ihm das ziemlich auf die Nerven. Falls er jemals wieder nach Hause kommen sollte, macht er erstmal einen langen entspannenden Urlaub. Irgendwo, in einem Dschungel, von Raptorweibchen umgeben, die ihn verwöhnten. Ein paar herunterpolternde Steine holten ihn wieder in die Realität zurück, nur um kurze Zeit später sich an einem völlig anderen Ort wiederzufinden: Draußen, im heißen Sand der Wüste, inklusive sengender Sonne. *Oi... das war knapp.*

Während die Silberdrachin kurz verschwand und mit Luarcis wieder auftauchte, nahm er seinen Rucksack ab, kramte darin herum und holte ein schmutziges und halb zerrissenes Stück Stoff heraus, welches einst weiß gewesen war und hüllte sich so gut es ging damit ein, um vor der Sonne geschützt zu sein. Anschließend beobachtete er mit den anderen den Einsturz der Pyramide. Der Einsturz löste eine gewaltige Wolke aus Sand aus, die sich zu allen Seiten ausbreitete und auch auf die Gruppe zuraste. Den Worten Luarcis folgend, zog er sich den „Umhang“ schnell über den Kopf und duckte sich. Das kannte Vortex noch aus den Wüsten von seinem Heimatplaneten, wenn sich ein Sandsturm näherte.

Als es vorbei war, erhob er sich wieder, zog den Umhang wieder vom Kopf und sah sich um. Die anderen schienen es auch gut überstanden zu haben. Nur war Silvi schon wieder verschwunden, was er auch erst jetzt bemerkte. Vielleicht Seriva und... Zeenpha suchen.



Auch diese Höhle war ziemlich dunkel. Aber von irgendwoher kam doch ein wenig Licht, genug um sich zumindest etwas orientieren zu können. Manchmal wünschte er sich seinen ursprünglichen Körper zurück. Dessen Augen waren für das Leben in Dunkelheit viel besser geeignet. Aber der war schon vor langer Zeit zu Staub zerfallen.

Während Zeenphas Federn trockneten richtete sich Keletek auf und sah sich um. Fast nur moosbewachsenes Felsgestein. Über dem Boden schien etwas zu krabbeln, kleine Insekten und anderes Getier, das sich in dieser feuchtkalten Umgebung sichtlich wohl fühlte. Keletek ekelte sich ein wenig, da diese Viecher etwas eigenartig aussahen. Sie schienen teilweise durchsichtig und ohne Augen zu sein. Wie konnten diese Dinger so leben? Naja, im Grunde konnte ihm das auch egal sein, denn sobald er einen Weg aus diesem Höhlensystem gefunden hatte, würde er versuchen Zeenphas Fähigkeiten zu erlernen und diesen Planeten verlassen. Hoffentlich konnte er einen finden, den er leicht unterwerfen konnte. Wie er es vermisste als Gott angebetet zu werden...

„Warum?“

„Hm?“

„Warum tust du das? Warum willst du dich wieder als Gott aufspielen? Niemand kennt dich!“

„Das spielt keine Rolle! Mit deinen Fähigkeiten bin ich viel mehr ein Gott als ich zu Lebzeiten je war. Und sobald ich herausgefunden habe, wie ich sie einsetze, werden diese Naivlinge lernen, was es heißt, einem wahren Gott gegenüber zu stehen.“

„Ich bin ein Planetenwächter und kein… Gott! Gut, ich bin zu Dingen fähig, die gottgleich erscheinen, aber auch meine Fähigkeiten sind begrenzt und sie zu nutzen unschuldigen Wesen zu schaden, ist gegen die Regeln.“

„Regeln, pah! Nur Narren glauben an solche Regeln. Du bist genauso naiv wie diese… wie nennst du sie? Drachen.“

„Keletek, deine Selbstüberschätzung ist mir zu wider. Du bist kein Gott und du warst nie einer. Auch nicht auf Q‘al. Deine Ansichten sind dermaßen antiquiert und primitiv, daß ich darüber lachen könnte, wäre es nur nicht so traurig.“

„Hör auf mich zu nerven!“

„Du, du hast nicht einmal einen richtigen Plan! Gedanklich steckst du immer noch… dein Denken, deine Vorstellungen… ahhh, ich weiß gar nicht, wie ich das in Worte fassen kann! Sag mir nicht, du warst schon immer so.“

Keletek knurrte und er wurde allmählich richtig wütend auf Zeenpha. Wie konnte er ihn nur wieder zum Schweigen bringen?

„Ich kann dafür sorgen, daß du auf der Stelle aufhörst zu atmen. Und dann such ich mir einen anderen willfährigen Körper.“

Zeenpha seufzte. Er spürte die Wut, die in Keletek brodelte. Vielleicht konnte er sie gegen ihn verwenden, indem er ihn noch mehr reizte. Obwohl diese Drohung gerade… sollte Keletek wirklich so dumm sein, ihn sterben zu lassen? Er dachte an Vortex und Terran. Nein, wenn er stirbt, dann gingen Milliarden Lebewesen zugrunde und Vortex verlöre seine Heimat. Nur damit Keletek seine Ruhe bekäme und um vielleicht, eventuell, theoretisch… einen anderen Körper besetzen zu können. Außerdem würden ihm die Fähigkeiten eines Wächters nicht mehr zur Verfügung stehen. War er tatsächlich so dumm? Dieses eindimensionale, nicht vorausschauende Denken… so klischeehaft. Zeenpha mußte ihm irgendwie begreiflich machen, daß es besser wäre, ihn leben zu lassen. Vielleicht würden die anderen sein Dilemma erkennen und ihm helfen, Keletek endlich – und dieses Mal endgültig – los zu werden?

„Willst du dieses Risiko wirklich eingehen? Wenn du mich sterben läßt, was garantiert dir, daß du nicht auch stirbst?“

Verdammt, er hatte Recht! Mit allem! Nein, es gab keine Garantie dafür und… Keletek ist auch nicht schon immer so gewesen. Lang verdrängte Bilder tauchten auf, von einer Zeit, als er noch ein junges lebensfrohes und sehr neugieriges Ost-Rakind war. Der Moment, in dem er in tiefen Höhlen verloren ging, eine seltsame Energie berührte, die ihm fast das Leben aussaugte und alles veränderte. All das hatte er fast vergessen. Wie und warum er das überleben konnte, wußte er bis heute nicht. Auch nicht, wie er in die beheimateten Höhlen zurück fand. Zurück bei seiner Familie, die ihn so lange umsorgte, bis er wieder gesund war, begann er sich zu verändern. Seine Gedanken wurden von Tag zu Tag düsterer und seine Träume gewalttätiger und grausamer. Und er liebte es, wollte mehr!

Keletek schnaubte. Vielleicht war es gut, was damals geschehen ist. Die anderen Ost-Ra waren schwach und außerdem – wer weiß – vielleicht war es auch sein Verdienst, daß die Ost-Ra so weit gekommen waren? Okay, seine Art verschwand vom Antlitz Q‘als, ging aber in späteren Generationen anderer Ost-Raarten auf. So gesehen, hatte fast jeder Ost-Ra etwas von einem Höhlen-Ost-Ra in sich. Oder so ähnlich. Die Magie der sogenannten „Genetik“ hatte er noch nie vollständig verstanden – trotz all seiner unzähligen Inkarnationen und gelebten Leben.

Zeenpha war verblüfft. So kannte er Keletek noch gar nicht. Endlich ließ er etwas mehr in seine Seele blicken, wenn auch nicht beabsichtigt. Dennoch, was auch immer ihm damals in den Höhlen widerfahren war, eine befriedigende Erklärung für seine Bösartigkeit und seiner Einbildung ein „Gott“ zu sein, war es nicht. Irgendetwas muß ihm genommen worden sein. Aber was? Zeenpha erkannte jetzt, daß das größte Rätsel, dem er je begegnet ist, vor ihm… nein, hinter… Quatsch, in ihm… so in etwa, steckte. Vielleicht sollte er Mitleid mit Keletek haben.

Ein Geräusch lenkte die beiden plötzlich ab. Es kam aus dem Wasser. Ein einheimisches im Wasser lebendes Tier? „Platsch, platsch!“ machte es und immer wieder ein Schnaufen und erneutes Plätschern, das immer näher kam. Keletek starrte auf das Wasser, konnte aber nichts erkennen. Dafür war es einfach zu dunkel und Zeenphas Augen waren im Dunkeln einfach zu schlecht. Beim Umsehen konnte er schwach einen Gang erkennen. Schnell und so leise er konnte, lief er dort hinein, drehte sich wieder um. Er wollte unbedingt wissen, was da im Wasser war. Und langsam konnte er eine Erhebung aus dem Wasser ausmachen, die mit zunehmendem Plätschern immer größer wurde und allmählich die Form eines geflügelten Wesens annahm. Das wenige Licht glänzte silbern auf dem Körper und erst jetzt konnte Zeenpha erkennen, daß es Silvi, die Silberdrachin, war.

Zeenpha wollte ihr zurufen, daß sie aufpassen sollte. Aber sein Maul blieb stumm. Keletek dagegen starrte sie einen Moment lang einfach nur an.

„Nein, ich bin jetzt so weit gekommen, dieses Biest wird mich nicht einfangen und zurückbringen.“ Keletek wußte von den Fähigkeiten der Silberdrachin. Und sie konnten ihm wahrlich gefährlich werden.

„Keletek, was hast du vor?“

Er schwieg und beobachtete, wie Silvi immer näher kam und schließlich das Ufer erreichte. Das schien für sie eine gewisse Kraftprobe zu sein, so schwerfällig wie sie sich auf das moosige Felsgestein fallen ließ. Keletek überlegte kurz. Er mußte diese Situation für sich nutzen. Aber wie? Einen direkten Angriff würde er noch nicht überstehen, doch es reizte ihn. Endlich wollte er erfahren, wie weit ihm Zeenphas Fähigkeiten bereits zur Verfügung standen. Er schritt aus dem Gang heraus, hob die Krallen und stakste drohend und knurrend auf die verdutzte Silberdrachin zu, spreizte dabei seinen Unterkiefer auseinander, um bedrohlicher zu wirken.

„NEIN!“ schrie Zeenpha, doch sein Schreien blieb weiterhin ungehört. Er hörte noch, wie Silvi auf ihn einredete, aber Keletek war wild entschlossen, sie anzugreifen. So konnte er nur noch hilflos zusehen, wie seine eigenen Krallen ausholten, zuschlugen und zutraten, um so viel Schaden wie möglich an der Silberdrachin anzurichten. Doch es gab nicht einmal einen einzigen Kratzer. Entweder war sie zu stark gepanzert, oder… Keletek wich zurück, betrachtete wütend sein fehlgeschlagenes Werk und drehte sich keuchend zum Weglaufen um. Weit kam er allerdings nicht, denn er fühlte sich plötzlich merkwürdig. Als wären seine Lungen mit Wasser gefüllt war das Atmen eine enorme Kraftanstrengung. Während er schnaufend und keuchend um jeden Atemzug rang, fühlte er, wie er die Kontrolle über diesen Körper verlor.

„Ngh, verd...“ entfuhr es ihm noch, bevor es nachtschwarz um ihn herum wurde.

Das war die Chance für Zeenpha! Er wartete, bis die Taubheit aus seinen Gliedern verschwand, um wieder die alleinige Kontrolle zurückzubekommen. Als es nach einer gefühlten Ewigkeit (es vergingen nur wenige Sekunden) soweit war, atmete er tief durch, renkte seinen Unterkiefer wieder ein, drehte sich um und sah einer wütenden Silberdrachin ins Gesicht, die gerade kurz davor war Keleteks Angriff auf blitzartige Weise zurückzuschlagen.

„Silvi, HALT!“


[OOC: Ein Ost-Ra hat einen zweiteiligen Unterkiefer, den er bei Bedarf – ähnlich wie bei einem Insekt – seitlich abspreizen kann. Sinn und Zweck ist eine bedrohlichere Erscheinung und hat sonst keine weitere biologische Funktion. Es ist ein Überbleibsel aus der Evolution und wurde in der Gesellschaft nicht toleriert, ja sogar geahndet. Im geschlossenen Zustand ist die Zweiteilung unsichtbar.]

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Re: Psycho-Dragons Reisen

#123 Beitragvon Silverdrak » Fr 03 Nov, 2017 04:20

Eine unerträgliche Hitze brannte von oben auf ihn herab, als er den Spalt verließ. Kann dein Körper eigentlich überhaupt irgendwas...?, grollte Firnor. Er konnte sich nicht erinnern Hitze jemals als so unangenehm wahrgenommen zu haben. Eilig sog er die Luft dieser Welt ein und ließ seinen Blick wandern. Ja. Er wusste ganz genau wo er war und hier sollte er wohl möglichst nicht allzu lange verweilen. Mit einem Blick nach hinten bemerkte er, dass Larok bereits Späher ausgeschickt hatte, um die Lage zu sondieren. Nun gut, nichts desto trotz würde er nicht lange hier bleiben, das wäre zu riskant für seinen Geschmack. Auch wenn es ihn schon länger reizte den Planetenwächter herauszufordern. So setzte er sich hin und malte einen Kreis, der von einigen Zeichen umrahmt und mit anderen gefüllt wurde. Als er fertig war, warf er prüfend etwas Sand darauf. Die Zeichen blieben bestehen und würden dies auch noch eine ganze Weile, auch wenn er nicht erwartete, dass sie hier ihren Zweck erfüllen würden, aber wer wusste das schon.

"Gebieter, wir haben diese Welt doch noch gar nicht erobert.", der Dämon erschien neben ihm und betrachtete die Zeichen, die Drache auf jeder Welt hinterließ. Er hatte keine Ahnung, was die Zeichen bedeuteten, doch ging er davon aus, dass sie die Besitzansprüche des Drachens markierten.
Firnor sah ihn verständnislos an, was den Dämon doch etwas irritierte. "Was willst du denn hier erobern? Sand?" Damit ließ der Drache eine Pranke voll über seinen Untergebenen herab rieseln. "Ich kenne diese Welt bereits. Hier gibt es nicht außer Sand und noch mehr Sand." Ihm war sehr wohl bewusst, dass das so nicht stimmte.
"Da hinten scheint ein Gebirge zu sein..."
"Ja, das geht einmal um den Planeten herum. Da drüben ist ein Kakteenwald, da muss irgendwo ein Spalt sein und da hinten ist irgendwo die Höhle des Planetenwächters." Der Drache wies in verschiedene Richtungen während er redete.
"Dann lasst uns das rasch zu Ende bringen und den Wächter fangen."
"Wozu? Der ist nicht wirklich eine Herausforderung, glaub mir."
Larok seufzte gereizt. "Wie Ihr meint." Damit wandte er sich um, um die Berichte der Späher zuhören, die nach und nach zurückkehrten.

Firnor musterte derweil eine der Dünen und warf sich schließlich rücklings darauf, um sich den Rücken zu schubbern. Mit den ganzen Stacheln und Dornen war das für gewöhnlich schwierig, aber der Sand war dafür wunderbar geeignet. Er wollte diese lästige Kruste endlich loswerden, weniger weil Arasyl dauernd über das anhaltende Jucken jammerte, mehr weil das starrte Gewebe seine Bewegungen einschränkte. Wirklich, dieser Körper ist so erbärmlich... Vermutlich musste er von Glück reden, dass er sich überhaupt regenerierte. Furchtbar rückständlich... Silvi verschloss Wunden einfach mit einer Schicht Silber, die Wunde heilten dann mit der Zeit einfach ab. Auch bei seinem ursprünglichen Körper verschloss sich die obere Hautschicht relativ schnell, es dauerte natürlich etwas bis die Wunde tatsächlich verheilt war und sich die Schuppen nachgebildet hatten, aber da war nicht diese unsägliche Verschwendung an Körperressoucen oder diese nervigen Seiteneffekte.
Ah... der Sand war so angenehme...

Larok kehrte schließlich zurück und... suchte verwirrt den Drachen. Wo steckte der? Sein Blick wanderte über den welligen Sand, dann zum Himmel. Eigentlich sollte der schwarze Drache hier kaum zu übersehen sein... Ob er schon wieder durch den Spalt war? Gerade als er nachsehen wollte, wurde er von einer Sand-Lawine verschüttet. Sandspuckend grub er sich rasch wieder frei. Firnor lachte sich scheckig und wedelte noch den Rest des Sandes von seinen Flügeln. Der Überraschungsangriff war geglückt. Der Dämon anfunkelte ihn unterdes böse an.
"Jetzt sei nicht so eine Spaßbremse... Und?", fragte der Drache schließlich.
Larok seufzte erneut. "Überall, nichts als Sand."
"Sag ich ja. Lass uns eine bessere Welt finden." Damit machte sich der Drache auf den Weg zu Spalt. Hier wäre es ohnehin viel zu heiß zum kämpfen gewesen.

---

Silvi kam nur langsam voran. Immer wieder sacken ihre Klauen in dem schlammigen Untergrund ein, doch schließlich erreichte sie erschöpft das Ufer und ließ sich kurz zum verschnaufen nieder. Rasch schnaubte sie das ganze Wasser aus ihren Lungen und ließ dann ihren Blick schweifen, um sich zu orientieren. Offenbar befand sie sich wieder in einer der natürlichen Höhlen. "Seriva? Zeenpha? Seid ihr hier irgendwo?" Aufmerksam lauschte sie nach einer Antwort von ihren Freunden.

Eine Bewegung ließ sie aufschrecken. "Zeenpha! Hast du mich erschreckt. Immerhin einen hab ich schon mal gefunden. Hast du... Zeenpha? Zeenpha, was hast du vor?" Drohte der ihr? "Zeenpha, ich bin es, Silvi!"
Unvermittelt ging er auf sie los. Eilig wollte sie aufstehen um auszuweichen, aber stattdessen rutschte sie auf dem glitschigen Moos aus. Zu ihrer Überraschung blieb sie sowohl von der Attacke, als auch von ihrem Sturz unverletzt. Es dauerte einen Augenblick, dann fand sie endlich halt. Ihre Augen wechselten zwischen einem verständnislosen aber aufgeregten und überrascht verwirrten gelb-grün und einem aufgebrachten teils wütenden rot-orange hin und her.
"Du spinnst wohl!"
Vielleicht brauchte er einen kleinen Muntermacher, um wieder klar zu kommen. Ein Knistern von Elektrizität lag in der Luft. Zeenphas Ausruf kam zu spät, der Lichtbogen von ihrer Pranke war längst übergesprungen und dürfte den Planetenwächter wohl einmal ordentlich durchrütteln, aber nicht wirklich Schaden.

Finster blickte sie zu ihm runter. "Sag Bescheid, wenn du noch einen brauchst.", raunzte sie ihn an. Dann schnaufte sie und schüttelte sich. Das Knistern verwand. Langsam beruhigte sie sich wieder. Gleich tat ihr ihr Ausbruch etwas leid, vielleicht hatte er sie bloss nicht erkannt. Immerhin war es hier unten ziemlich dunkel. Sie vergaß immer, dass nicht alle im Dunkeln so gut sehen konnten wie sie. Trotzdem. Was war das für eine Art? Sie schnaufte erneut einmal durch. Dann formte sie eine Lichtkugel in der Hand. "Ich bin es, Silvi.", wiederholte sie schließlich etwas brummig und leuchtete sich an. Ihre Schuppen strahlten das Licht in alle Richtungen ab. Sie ließ ihren Blick erneut schweifen und stoppte schließlich wieder bei Zeenpha. "Hast du Seriva gesehen? Sie muss hier auch irgendwo sein."
Sie musterte den Raptor nachdenklich. "Alles in Ordnung?... "

---

"Oha.", meinte Flir als sie die Sandwolke näher kommen sah. Rasch errichtete sie eine kleine Mauer vor sich und Envy. Der starrte sie nur an. "Is nich dein Ernst..." Als ob das kleinen Ding irgendeinen Schutz gegen eine Sandwolke von dem Ausmaß bieten könnte. "Weis nicht was du meinst. Die ist Grund solide." Damit klopfte sie dagegen. Der schwarze Drache schüttelte den Kopf und malte einen Kreis um sich herum und sprach danach einen Zauber, der eine magische Barriere um ihn herum errichtete.
"Wie du meinst... wir werden ja sehen was besser schützt.", meinte die Feendrachin etwas beleidigt.

Tsi hatte sich derweil auf dem Sand niedergelassen und mit ihren Flügeln eine Art Zelt über ihren Kopf geformt. Die Schwänze und einen Teil der Flügel hatte sie in den Sand gegraben, so dass sie etwas Halt hatte und nicht gleich wegwehte, wenn die Wolke sie erreichte.

Und dann kam sie auch schon, wütete eine Weile und war dann so schnell wieder vorbei wie sie gekommen war. Der Sand-Staub hing noch eine Weile in der Luft, senkte sich aber langsam ab.

Sky hatte sich einfach zu Fail in sein Schutzschild gesetzt, um den Sturm zu überdauern. Natürlich hätte er auch die anderen eingeschlossen, aber jeder schien eine eigene Strategie parat zu haben, daher ließ er es sein. Nicht das noch jemand sauer auf ihn war, weil er sich einmischte.

"Haha!", kam triumphierend von Flir. Sie stand nach wie vor Sand frei da und lachte gleich darauf Envy aus, als dieser seinen Schildzauber auflöste und von einem Haufen Sand bedeckt wurde, der auf diesem gelegen hatte.
"Meine Mauer hat wunderbar funktioniert!" Natürlich war auch sie ein wenig eingestaubt. Und dann war es Envy, der lachte, als Flir ihre Illusion aufhob und der Sand, der sich davor aufgetürmt hatte auf sie herabstürzte. "Haha... deine Lösung war ja wohl auch nicht besser..." brummte sie Envy an, als sie sich wieder ausgegraben hatte. Sie sah sich um. "Wo ist Tsi?"

Ein kleiner Wirbel bildete sich über einer Stelle im Sand und legte zunächst zwei rot glühende Zotteln und dann goldene Flügel frei, anschließend löste er sich wieder auf und Tsi kam unter den Flügeln zum Vorschein. Für sie war das nichts Neues. In ihrer Heimat passierte das oft.
*Was machen wir jetzt? Silvi und die anderen suchen?*, fragte sie schließlich, sah erst ihre kleinen Freunde an und blickte dann zu dem großen weißen Drachen.

"Ich hoffe hier sind nicht noch mehr Viecher im Sand." Envy musterte misstrauisch die Umgebung.


[OOC: Falls das nicht klar sein sollte... Firnor hat diesmal einen Abstecher nach Golatemo gemacht.]
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Re: Psycho-Dragons Reisen

#124 Beitragvon Luarcis » Sa 20 Jan, 2018 12:56

Der Sandsturm war doch heftiger als Luarcis zuerst angenommen hatte. Die Flügel die er zum Schutz vor sich erhoben hatte musste er schon schnell wieder eng an den Körper legen, der Sand brannte wie Nadelstiche auf seiner empfindlichen Flughaut und er konnte es sich nicht leisten sie jetzt noch zu verletzen. Er hoffte dass die Anderen sich auch selbst schützen konnten, er hatte selbst schon genug mit sich zu tun. Mehr als eine kleine Schutzblase um seinen Kopf herum brachte er nicht mehr zu Stande, um wenigstens seine Augen zu schützen und Luft zum Atmen zu behalten. Den Rest seiner Anstrengung musste er darauf verwenden das Artefakt so fest er konnte zu umklammern. Er spürte wie seine Beine und damit auch der Ring immer tiefer im Sand versanken und drohten weg gespült zu werden. Zähneknirschend stemmte er sich gegen den Schwall, wurde aber von der Wucht Stück für Stück weg getrieben und eingegraben.
Der Sturm war kurz, aber heftig und als er merkte dass der Wind nachließ, war sein Körper schon fast vollständig in der Düne versunken. Der lockere Sand war sehr weich und bot kaum Halt um sich heraus zu graben. Außerdem hatte er nur 3 Beine zur Verfügung um sich irgendwie heraus zu stemmen und zu graben, mit einer Pranke musste er immer noch das Artefakt umklammern und vor dem Absturz bewahren. Daher hatte er auch nur mäßig Erfolg seinen müden Körper zu befreien, also versuchte er stattdessen wie ein Krokodil seine Beine anzulegen und durch den Sand zu schwimmen, was deutlich besser funktionierte. Er paddelte ein Stück die Düne herunter bis sein Bauch wieder an der Oberfläche war, was durchaus Spaß gemacht hätte wenn er unter anderen Umständen hier gewesen wäre. Mühsam riss er zuerst das Artefakt wieder ans Tageslicht, das im Schein der rasch untergehenden Sonne rotgolden schimmerte. Luarcis überlegte was er nun damit machen sollte, er konnte es nicht ständig in den Klauen halten, dann hätte er kaum laufen können, und es im Maul herum zu tragen war auch keine angenehme Option. Tausend Jahre verschüttetes Edelmetall schmeckte nicht besonders gut. Es summte immer noch ganz leise und wand sich ein bisschen in seinem Griff, wie ein Magnet der nicht so recht wusste ob er angezogen oder abgestoßen werden wollte. Das brachte Luarcis auf eine Idee und lies es auf einen Versuch ankommen. Der Ring hatte gerade die passende Größe um über seinen Arm zu passen, also streifte er ihn einfach über. Sanft spürte er die Kraft mit der das Artefakt an ihm zog, was den Ring gleichmäßig in der Schwebe hielt und ihn nicht einfach wieder von seinem Arm rutschen lies. Gesichert durch ein wenig eigene Energie konnte Luarcis den Ring so einigermaßen sicher wie ein Armband tragen ohne dass es ihn sonderlich störte. Für den Moment würde es jedenfalls reichen, so stapfte er zufrieden wieder zur Gruppe zurück und sah gerade noch wie sich die letzten Feuerechsen aus dem Sand schälten, offenbar unverletzt.

„Geht es euch gut, sind alle da?“ fragte Luarcis etwas besorgt. Alles ging so schnell und er war bei seiner Ankunft immer noch ziemlich verwirrt und gestresst gewesen, deswegen hatte er keinen guten Überblick wie viele von seiner Gruppe überhaupt gerade bei ihm gewesen waren. Also schickte er lieber schnell seine Sinne aus um zu prüfen ob noch irgendwer unter dem Sand verschüttet war. Soweit er aber feststellen konnte hatten es alle mehr oder weniger heil überstanden.
In diesem Moment war die Sonne vollends untergegangen und es legte sich eine angenehme Kühle und Schwärze über die Wüste. Ein langer und harter Tag ging zu Ende und auch wenn es noch nicht vorbei war, so hatten sie doch das Schlimmste überstanden und Erfolg bei ihrer Suche gehabt, wie Luarcis mit einem Seitenblick zu dem Artefakt feststellte. Dann blickte er nach oben und sah den klarsten Sternenhimmel den er vielleicht je gesehen hatte. Die Wüste konnte zwar hart und unerbittlich sein, aber auch wunderschön wenn man wusste wohin man blicken musste, dachte er sich erstaunt, während er den Blick über die Sternbilder schweifen lies. Er genoss das klare Mondlicht das auf ihn fiel und ihm etwas verlorene Energie zurückgab, während seine Schuppen bläulich schillernden.

„Silvi suchen?“ fragte er etwas überrumpelt auf Tsis Frage hin. Silvi hatte ihn doch gerade erst selbst vor dem Verschütten gerettet, er hatte wenig Lust sich gleich wieder unter die Erde zu begeben und sich noch einmal in Gefahr zu stürzen. Er wäre ihr vermutlich ohnehin keine große Hilfe. Er konnte zwar ihre Aura spüren die sich irgendwo in dem Höhlensystem abseits der Pyramide befand, aber zu wissen wo etwas ist und dort auch hinzugelangen waren zwei verschiedene Dinge. Er konnte nicht einfach durch das Dazwischen springen, also musste er sich entweder zu den Höhlen durchgraben oder nach einem eventuell freigelegten Zugang suchen. Beides erschien ihm wenig verlockend, aber andererseits konnte er auch nicht einfach so herum stehen und auf die Anderen warten, solange immer noch jemand verloren war.
„Ja, es ist wohl besser wenn wir sie suchen gehen, hier nur herum zu stehen ist jedenfalls blöd. Vielleicht sind die Anderen verschüttet worden oder verletzt, dann sollten wir sie möglichst schnell finden.“ Antwortete Luarcis schließlich und hüpfte dann wieder die Düne herunter die er gerade hinabgerutscht war um sich in Silvis Richtung zu begeben.
Envys Frage ließ ihn darüber nachgrübeln ob sie noch irgendetwas zu fürchten brauchten. Es gab in der offenen Wüste nur wenig Lebewesen, schon gar keine die einem Drachen gefährlich werden konnten, aber dieser Ort mit seinen verzweigten Höhlen und sogar Wasserstellen bot genügend Möglichkeiten für die Dinge, die es doch konnten. Noch bevor Luarcis zu einer Antwort ansetzen konnte, spürte er wie der Sand unter seinen Füßen plötzlich weg rutschte. Er dachte erst an einen Hohlraum, doch als sich der Sand plötzlich nach oben wölbte wusste er dass es etwas anderes sein musste.
Von einem wütenden Zischen begleitet schälte sich ein riesiger Insektenkopf, gefolgt von den dazugehörigen Beinen und Körper aus dem Sand und blieb dann einen Moment sitzen als das Wesen die Gruppe wahrnahm.
„Ein Sandkäfer!“ rief Luarcis überrascht aus und machte einen Satz nach hinten um etwas Distanz aufzubauen. „Ich hatte befürchtet dass sich hier welche eingenistet haben, das erklärt warum hier so viele Tunnel existieren, die meisten davon haben sie wohl selbst gegraben, ihre Zangen können sogar Stein zermalmen. Das Erdbeben muss sie aufgescheucht und an die Oberfläche getrieben haben. Normal sind sie recht harmlos, aber wenn man sie zu sehr reizt können sie sehr aggressiv sein.“
Wie zur Bestätigung mahlte der Käfer bedrohlich seine Zangen zusammen, was einen schauerlichen kratzenden Ton erzeugte, bevor er sich dem weißen Drachen zuwandte. Dieser hatte sich schon in Angriffsstellung begeben und wartete auf die Reaktion des Käfers. Er musste nicht lange warten, der Käfer schnellte nach vorne und zielte mit seinen Zangen auf seine Beine, doch Luarcis war schneller und sprang einfach über ihn hinweg, so dass der Käfer nur in eine Düne stürzte. Er wusste dass eigentlich nur der Kopf gefährlich war, sollte er ihn aber damit zu fassen kriegen könnte er dem Griff kaum noch entkommen, also musste er auf jeden Fall auf der Hut sein.
Wütend drehte sich der Käfer herum und zischte, bevor er sich zu einer erneuten Attacke bereit machte. Das Gute war dass diese Insekten nicht sonderlich intelligent waren und manche Dinge einfach immer wieder probierten bis sie Erfolg hatten. Wieder sprang Luarcis rechtzeitig ab und entkam so den bedrohlichen Zangen, aber dieses Mal sprang er nicht so weit so dass er direkt auf dem Rücken des Käfers landete. Der harte Panzer bot keinen Halt, aber Luarcis schaffte es seine Arme so zu strecken dass er die Kanten der Panzersegmente zu fassen kriegte und klammerte sich so auf dem Käfer fest. Dieser rannte daraufhin wild ziellos durch die Gegend, um Luarcis vergeblich abzuschütteln. Trotz des Gewichts des Drachen konnte dieser sogar kleine Sprünge vollbringen, diese Viecher waren wirklich ziemlich stark. Aber Luarcis hatte einen guten Stand und konnte sich gut halten.
„Ich glaube die Menschen nennen sowas Rodeo! Ich wollte sowas eigentlich immer schon mal probieren, nur gibt es leider kein Pferd das mich tragen könnte…“ rief Luarcis noch seinen verdutzten Gefährten zu und ließ sich noch etwas durch die klare Wüstennacht tragen. Schließlich merkte er wie der Käfer allmählich langsamer wurde und letztlich stehen blieb. Diese Chance nutzte Luarcis, rutschte auf einer Seite vom Panzer herunter und zog seine Arme dabei zu sich, so dass er mit einem Ruck das übergroße Insekt auf den Rücken drehen konnte. Zischend strampelte der Käfer mit Beinen und Zangen, aber unter dem leichten Griff des Drachen hatte er keine Chance mehr wieder auf die Beine zu kommen.

„So, ich hoffe du hast jetzt erst mal genug!“ sagte Luarcis nach einer Weile und ging ein wenig zurück um Anlauf zu nehmen. Dann sprintete er mit gesenktem Kopf auf den Käfer zu, kam mit der Schnauze unter seinen Rücken und schleuderte ihn mit einem Ruck einige Meter die nächste Düne herunter. Der Käfer landete zwar wieder auf den Beinen, hatte aber wirklich genug und klappte seinen Panzer auf, um seine Flügel freizulegen, mit denen er laut summend in der Nacht verschwand.
Zufrieden schaute Luarcis ihm noch einen Moment nach um sicher zu gehen dass er auch nicht zurückkam, bevor er sich wieder zur Gruppe gesellte. Er schaute sich kurz besorgt um ob noch weitere Käfer angriffen, aber die waren entweder selbst schon geflüchtet oder gar nicht erst heraus gekommen. Dann fiel sein Blick auf das Loch aus dem sein Käfer gekrochen kam. Es verlor sich schnell in einem steinernen Tunnel, der wohl groß genug war für ihn selbst. Prüfend schätzte er die Richtung ab in die er führte und kam zu dem Schluss dass er durchaus zu Silvi und den Anderen führen konnte.
Nun, da hab ich ja meinen Zugang… dachte er sich und horchte dann angestrengt ob er das Scharren weiterer Käfer hörte, konnte aber auf Anhieb nichts ausmachen. Fragend sah er die anderen an, aber las in ihren Blicken dass sie auch keine bessere Idee hatten. Also fasste er nach einem Seitenblick, ob das Artefakt noch da war, seinen Mut und sprang beherzt in die Tiefe…

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Re: Psycho-Dragons Reisen

#125 Beitragvon Cyber Zipclaw » Sa 15 Dez, 2018 23:19

Ein Zischen und Knacksen ging durch seinen Körper, als Silvis Blitz ihn traf, sämtliche Sinne schienen erst wie betäubt, nur um mit voller Wucht zurück in sein Gehirn zu donnern. Es reichte um ihn kurz zu Boden zu werfen und anschließend wieder hochhüpfen zu lassen. Mehr als ein „Arghsiiieeee!“ bekam Zeenpha dabei nicht raus. Nun stand er da einen Moment lang recht wackelig auf den Beinen, die Federn zu allen Seiten abstehend.

„I-ich g-g-glaube das, äh... reicht.“ stammelte er und ordnete schnell seine Federn wieder, während Silvi ihn nach Serivas Verbleib fragte. Zum Antworten war er zu beschäftigt, immer wieder schlugen noch kleine elektrische Funken aus seinem Federkleid.

„Moment...“, die letzten Federn legten sich nicht so recht, wie sie eigentlich sollten. “... das kriege ich nie wieder richtig hin!“ grunzte Zeenpha und wendete sich dann Silvi zu.

„Ich habe Seriva nicht gesehen. Aber...“ er überlegte kurz und versuchte an Keleteks Erinnerungen zu kommen. Es konnte ja sein, daß er ihr begegnet sein könnte, während er „geschlafen“ hat. Aber bis auf einige kurze Fetzen war da nichts. Keletek war zu inaktiv im Moment. „Aber ich kann nicht garantieren, d... “ Wie sollte er den Satz jetzt beenden? Wenn er das aussprach, was ihm auf der Zunge lag, was mochte die Drachin dann über ihn denken? Ihr sorgenvoller Blick erwartete eine Antwort.

„Silvi, hör zu: ich weiß nicht, wie es dir erklären soll. Der Angriff eben... das war nicht ich. Das war...“ er pausierte und atmete tief durch. „In mir ist noch jemand anderes, von dem ich dachte, daß er schon lange nicht mehr existiert. Er ist alt und gefährlich! Schwer zu erklären, ich versuch es später, wenn wir aus diesen Höhlen wieder raus sind. Aber bis dahin muß ich dich um etwas bitten: falls ich mich irgendwie seltsam oder ungewöhnlich aggressiv verhalte, halte mich auf!“ Zeenpha hoffte, daß er die Silberdrachin nicht zu sehr verwirrt hat. „Keine Sorge, er kann meine Fähigkeiten noch nicht einsetzen. Dafür ist er schlichtweg zu dumm.“

Zeenpha sah sich um. Silvis leuchtende Kugel war eine sehr gute Orientierungshilfe. Nur leider reichte das Licht nicht weit genug, um noch weitere Gänge zu erspähen. „Laß uns Seriva suchen!“ sagte er und lief auf den Gang zu, in dem er sich vorhin vor ihr versteckt hatte. Irgendetwas sagte ihm, daß die rote nicht weit weg sein konnte. Hoffentlich ging es ihr gut. „Soweit ich bisher sehen konnte, ist das hier der einzige Gang.“

Feucht und kühl war es dem Gang, der Boden aber erstaunlich trocken. Und zu allem Überfluß auch noch recht eng. Für ihn selbst gerade noch genug, aber für die Silberdrachin konnte es wohl schwierig werden. Auf die Frage, wie es den anderen ging, war er erleichtert zu hören, daß sie nahezu unverletzt waren. Nur Vortex soll verwirrendes Zeugs dahergeredet haben. „Das ist gut.“ Zeenpha schwieg kurz, dann ergänzte er: „Wenn ich Vortex sehe, werde ich mich bei ihm entschuldigen.“ Ihm war sehr wohl klar, daß er bei Vortex bisher nicht den besten Stand gehabt hat. Und diese Situation war alles andere als hilfreich. Er blickte geistesgegenwärtig zur Decke. Dabei fiel ihm leicht herunterrieselnder Staub auf und je mehr sich die beiden durch den Gang quälten zeigten sich an der Decke mehr und mehr Risse. „Ich glaube, wir sollten...“ Einige Kiesel fielen von der Decke. “... äh, kennst du eine schnelle Methode hier hinaus?“ sagte Zeenpha und zeigte zur Decke.



Seufzend blickte Vortex in die Richtung in der die Sonne langsam verschwand. Die einsetzende kühle Luft war zwar recht wohltuend, aber mit der Zeit wurde es doch etwas zu kühl. Gut, daß er den Umhang noch nicht in seinen Rucksack hatte verschwinden lassen. Schneller als erwartet war die Sonne nun komplett untergegangen und die letzten Sonnenstrahlen hüllten den Himmel in ein rötliches Licht, welches lila, dann blau und schließlich in ein sattes Schwarz überging. Eine so schnell einsetzende Nacht gab es auf Terran nicht. Er blickte zu den Sternen und fragte sich, welcher davon wohl die Sonne sei, um die Terran kreiste. Gähnend legte er sich auf den kühlen Sand und ignorierte was die anderen so von sich gaben. Vortex war einfach nur müde von den Strapazen der letzten Tage. Einfach nur pennen. Wieder gähnte er, schloß die Augen und fing an zu dösen.

Schnarren und Schreie holten ihn aus dem Beinaheschlaf wieder zurück. *Was denn nun wieder?* Er riß die Augen auf und erblickte das Hinterteil eines riesigen Käfers. Kreischend sprang er rückwärts auf und landete auf den Füßen, ging instinktiv in Angriffsposition und wollte einen Angriff starten. Daraufhin drehte sich der Käfer zu ihm um, starrte ihn einen Moment lang an und verschwand vor seinen Augen im Sandboden. Für Vortex dauerte es einen Moment wieder einen klaren Gedanken zu fassen. Da sah er auch schon den nächsten Käfer an ihn vorbeilaufen. *Dich krieg ich!* knurrte er, griff zu seinem Gewehr, zielte auf den Rücken des Käfers und schoss. Mit einem „Pwing!“ hörte er wie die Kugel vom Käferrücken abprallte. Vortex schluckte. Der Käfer schien das nicht einmal bemerkt zu haben und verschwand ebenso im Sand, wie der Käfer zuvor.

Schließlich war alles ruhig, nur die Stimmen der anderen waren zu hören. Vortex beschloß nachzusehen und konnte gerade noch dabei zusehen, wie Luarcis in einen Tunnel im Sand hechtete. „Was hat der denn vor? Ohne mich!“ sagte er, legte sich auf die Lauer und beobachtete was die anderen wohl machten. Eines war klar: Vortex ging auf keinen Fall noch einmal in diese Tunnel! Sollen doch die anderen sich wieder in Schwierigkeiten bringen. Er hatte genung und weigerte sich behaarlich.


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